Homöopathie und Erkältung: dürfen´s noch zwei Globuli sein?

Homöopathie, Erkältung, Komplexmittel

„Und dann nehmen sie von den Globuli her noch Pulsatilla. Nicht schlimm D6. So heute 3×2 Globuli, morgen dann abbauen bis das Kind gesund ist“, so geschehen in einer Apotheke vor ca. 1 Stunde.

Ich stand in der Reihe und war Zeuge wie einer ratsuchenden Mutter mit quengelndem , scheinbar erkältetem ,ca. 2 jährigem Kind von der Apothekerin, in einer der wichtigsten Apotheken der Stadt, etwas verkauft wurde.

Niemand kann erklären, warum das Kind ohne vorherige Untersuchung oder Befragung der Mutter das Mittel Pulsatilla erhielt.

Warum heute 3×2 Globuli. Warum nicht alle 2 Stunden 2 oder 4 Globuli? Warum nicht bei Besserung der Beschwerden: STOPPEN!!??

Warum statt 1 Globulus denn 2? Die Information steckt in einem genauso drin wie in 2?!

Nein?

Doch?

Außerdem erhielt die Mutter des Kindes noch ein Komplexmittel, einen Hustensaft, in dem wer weiß was an mittleren und niedrigen Potenzen der Homöopathie  mit Zucker angerührt enthalten war.

Lesen Sie nach: Pulsatilla hat tausende Symptome.

Wie soll eine noch so erfahrene Apothekerin vom Hinschauen feststellen, ob das Kind wirklich Pulsatilla- und nicht Bryonia- oder Ferrumsymptome hat?

Liebe Leser, das ist die Homöopathie, von der Ärzte und Kritiker der Methode völlig zu Recht sagen, dass es einfach nur Unsinn sei.

Homöopathie wird so kaputt gemacht! Natürlich können Sie hier und da mal ein Kügelchen verschrieben bekommen. Das hat seine Berechtigung. Am besten natürlich durch den Homöopathen selbst.

Indessen wird durch die dauernden Informationsimpulse a la Schüßlersalze, Komplexmittel und Co. der Regulationsmechanismus im Menschen verwirrt.

(Ich habe nichts gegen Schüßlersalze. Sie müssen jedoch dauerhaft und oft wiederholend eingenommen werden. Ihre Information in der Potenz D6 oder D12 ist relativ kurzkettig. Je kurzkettiger, desto enger die Bandbreite der Wirkungen. Zumeist nur auf körperlicher Ebene. Also ähnlich den schulmedizinischen Mitteln)

 

Es ist, als ob Ihnen jemand sagt: „Grün ist in!“ 2 Tage später korrigiert die Person und sagt:“Gelb/Blau ist der Trend!“ und eine dritte Person weiß:“Rosa ist hot!“

Sie wollen modern sein und nehmen einen Farbmischmasch. Am Ende ist es voller Disharmonien und ein Wirrwarr an Informationen das niemandem gefällt.

Unserem Heilsystem „gefällt“ auch nicht, wenn es die Informationen von 10-15 verschiedenen homöopathischen Mitteln in kurzer Zeit verarbeiten soll. Es verwässert sich.

Ich verschreibe lieber KEIN homöopathisches Mittel, wenn ich es nicht gründlich analysiert habe.

Auch dann noch kann es passieren, dass ich nicht genau getroffen habe. Aber niemals 10-15 Mittel einfach mal so ausprobieren!!

Am Ende funktioniert es eben gar nicht mehr. Und dann wird der Schulmediziner doch noch Recht bekommen.

Denn so kann man eine Methode von innen und aussen aushöhlen; indem man sie quasi „weglobt“ oder sich selbst „totlaufen“ läßt.

Was sagt uns dies?

Es ist völlig berechtigt, Homöopathie symptombezogen, kurzkettig ab und an mal einzusetzen. Eben den Husten mit einem Mittel zu behandeln.

Das sollte jedoch kein wiederkehrender Dauerzustand sein.

Wenn sich Krankheiten wiederholen, ist Ursachensuche gefragt. Und dann kommt die wissenschaftliche Homöopathie zur Geltung. Dann spätestens sollten Sie mit der Schrotschußmethode stoppen und einen Homöopathen aufsuchen.

Er wird mit Ihnen das Einzelmittel suchen, was Ihrer Gesamtproblematik am Nächsten ist.

Was Sie dann erwarten dürfen?

Langfristige Heilung!

 

 

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Sehe ich genauso, dass durch solche „Beratungs“-Methoden die Homöopathie nicht gerade im besten Licht steht.

    Dass die Apothekerin das Unwissen des Kunden ausgenutzt hat, finde ich ziemlich frech. Meiner Meinung nach echte Geldschneiderei. Hauptsache verkaufen.

    Befeuert natürlich somit auch die zahlreichen Argumente der Kritiker.

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