Heilpraktiker- Pflichten

Aus gegebenem Anlass möchte ich mich zu diesem Thema noch einmal grundsätzlich äußern.
Ich betone, hier meine Meinung wiederzugeben. Wie andere Kolleg/Innen verfahren obliegt deren Verantwortung.
Im Folgenden gebe ich einen aktuellen Gedankenaustausch zwischen einem interessierten Leser und mir wieder.

Der Leser bezieht sich auf den hier veröffentlichten Artikel mit dem Titel“Erektile Dysfunktionen beim Heilpraktiker behandeln“ vom 6-8-2012 (siehe dort)

Sehr geehrter Herr Lankowski,
beim Surfen zum Thema MET und erektile Dysfunktion sowie Hypertonie bin ich auf Ihre Website gestossen und habe den obigen Eintrag wahrgenommen.
Hiermit bitt ich Sie, mir die in Option gestellten näheren Informationen zukommen zu lassen.
Welche Erfahrungen haben Sie mit der MET-Klopftechnik bei der Behandlung von Hypertonie (wobei es hier im Wesentlichen den diastolischen Wert betrifft der fast ständig über 100 ist) bzw. erektiler Dysfunktion?

meine Antwort lautete:

Sehr geehrter Herr Fr. P.,

fast täglich erhalte ich bezüglich dieser von mir veröffentlichen Beiträge Reaktionen von Betroffenen.

Meine Antwort ist immer :
„Bitte suchen Sie zunächst einen Heilpraktiker auf, der sich mit der Materie auskennt.“

Es ist nicht in meinem Sinne, Patienten irgendeine Pille zu empfehlen und aus der Ferne zu beraten. Das halte ich für unprofessionell.

Zumindestens eine umfassende Konsultation in meiner Praxis erachte ich für notwendig, um sich Ihrer persönlichen Situation anzunähern.

Genauso war die Antwort auf den erwähnten Artikel auch gemeint.
Leider wird das Leiden vieler Menschen missbraucht und es werden Empfehlungen für das eine oder andere Mittel gegeben.

Es gibt Arzneien in der Naturheilkunde, die die genannten Probleme angehen.
Auch MET ist im Zusammenhang mit den angesprochenen Themen nützlich.

Aber bitte nicht ohne vorherige Bestandsaufnahme.
Das gehört nun mal zur Sorfaltspflicht.

Sie können gerne bei mir in der Praxis sich einen Termin geben lassen.
Kein Problem, ich berate Sie persönlich. Dann aber sorgfältig.

Mit freundlichen Grüßen

Der Dialog ging weiter:

Sehr geehrter Herr Lakowski,
herzlichen Dank für die schnelle Reaktion. Sie können davon ausgehen, dass ich bei mehreren Fachärzten und Ärzten mit besonderen Schwerpunkten war, allopathisch und naturheilkundlich/homöopathisch, die einzige wirksame Methode war bisher Cialis und dies auch nicht durchgehend. Allerdings möchte ich mich nicht ständig mit dieser Arznei belasten.. Ich hätte mir in Anbetracht Ihres Kommentars auf Ihrer eigenen Website durchaus eine differenziertere Antwort vorgestellt als die mir gesendete Eigenwerbung, zumal ich dieser durch die Distanz M. – Leipzig nicht so einfach nachkommen kann.
Vielleicht lässt sich im Informationsgehalt ja noch etwas nachbessern.
Herzliche Grüße,

Fr.P.

meine Antwort lautete wie folgt:

Sehr geehrter Herr Fr. P.,

gerade klickte mir Ihre mail auf den Bildschirm.
Danke dafür.

Was Sie sich vorgestellt haben, wie meine Antwort aussehen soll, kann ich selbstverständlich nur ahnen.
Jetzt, da Sie sich differenzierter äußern, was Sie schon alles hinter sich haben, beginne ich eine vage Vorstellung zu bekommen..
Sie sagen „Eigenwerbung“ ich entgegne Vorsichtigkeit und Sorgfalt.
Wenn Sie das nicht anspricht, ist das keineswegs problematisch.
Dann bin ich einfach nicht der richtige Ansprechpartner für Sie.

Wissen Sie, als Dozent bin ich quer durch Deutschland unterwegs und regelmäßig in M.
Ich beginne dort mit der Vorlesung um 10.00 und bin nach 8 Stunden Arbeit gegen 23.00 wieder in Leipzig.
Distanz ist überbrückbar- immer dann, wenn wir sie als das kleinere Übel betrachten.

Zum Schluß wünsche ich Ihnen alles Gute und viel gutes Gespür beim Finden des für Sie geeigneten Therapeuten.

Mit freundlichen Grüßen

(Die Namen und Orte sind aus Gründen der Geheimhaltung verändert)

Zum Schluß möchte ich betonen, dass ich durch solche Leserreaktionen lerne, wirklich immer genauer und präziser in der Botschaft zu sein, die ich übermitteln möchte.
Ich danke Herrn P. dafür, dass er mich dahingehend senibilisierte.

Sie, liebe Leser können jetzt für sich entscheiden, was Sie als wünschenswert erachten:

einen Heilpraktiker, der wohl auf Neues aufmerksam macht, jedoch vor einer Medikamentenverordnung Gründlichkeit walten läßt
(ist das Eigenwerbung?)
oder

einen Heilpraktiker, der auf Wunsch aus der Ferne jedes Medikament und eine Therapie wie die M.E.T. anwendet, ohne den betreffenden Patienten je vorher gesehen zu haben.

Urteilen Sie selbst!

Epilog:
ein Auszug aus dem Urteil des Bundesgerichtshofes:

Der Heilpraktiker muss bei der Beratung des Patienten, bei der Aufklärungspflicht sowie bei der Diagnosestellung und der Therapie die notwendige Sorgfalt walten lassen. Die notwendige Aufklärung und Sorgfalt bei der Diagnosestellung, Therapie und Beratung des Patienten muss der Heilpraktiker ausreichend dokumentieren. Bei Diagnosen bzw. Therapien, bei denen es möglicherweise rechtliche Probleme nach der Behandlung geben könnte, empfiehlt es sich, die erfolgte Aufklärung des Patienten von diesem quittieren zu lassen.

Bei der Sorgfaltspflicht hat sich der Heilpraktiker bezüglich Kompetenz und persönlicher Fort- und Weiterbildung an den gleichen Maßstäben wie der praktische Arzt messen zu lassen (Bundesgerichtshof AZ VI ZR 206/90).

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