Sind alle Journalisten Schmierfinken? Und sind alle Heilpraktiker Scharlatane?

Liebe Leser,
manchmal braucht man ein Ventil. Ich auch eben..
Keine Ahnung ob Sie Lust haben, bis zu Ende zu lesen. Immerhin, es steht wenig substantiell Gutes in dem Artikel, den ich Ihnen hier hineinkopiert habe.

Mein Mentor sagte einmal, dass die Frankfurter Allgemeine einen so treffenden Slogan habe:

»Dahinter steckt immer ein kluger Kopf« …

Der Slogan ist gut.

Nur, daß er nicht die Wirklichkeit des Ist-Zustandes wiedergibt.

Denn wenn eine Mitarbeiterin, die obendrein noch gut dekoriert ist (man sollte annehmen, dass sie ihr Fach versteht) solchen Unsinn schreibt, dann stimmt das Motto nicht mit der Wirklichkeit überein.
Oder- nur so ein Gedanke- sie macht es mit Absicht und will die werte Leserschaft in die Irre führen.
(Überschätze ich jetzt die Intelligenz der Dame?)

Ich möchte meinen eigenen Erfahrungen folgen und Ihnen, wenn Sie es bis hierher geschafft haben, erklären was mich zu der Meinung bringt, dass hier ein Schreiberling am Werke war. Oder eine Dame, die einfach nur unter der Gürtellinie arbeitet.
Eben das, was allenthalben am Journalismus kritisiert wird, nämlich Oberflächlichkeit, Manipulation also bewußte Irreführung der Leserschaft.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/wird-oprah-winfrey-die-naechste-praesidentin-15388272.html

OPRAH WINFREY :
Amerikas nächste Erlöserin
VON URSULA SCHEER -AKTUALISIERT AM 12.01.2018-11:38
Glaubt an die Kraft des Kosmos: Oprah Winfrey.

Yes, she can: Oprah Winfrey wird als zukünftige Präsidentin gehandelt. Populärer als Donald Trump ist sie schon jetzt – und das richtige Sendungsbewusstsein als Heilsfigur hat sie auch.

Am Ende verkündet sie ihrer zu stehenden Ovationen hingerissenen Gemeinde, dass bald ein neuer Tag anbrechen werde, und es klingt wie die Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Denn wenn dieser Tag endlich heraufziehe, in dessen erstes Morgenrot uns „eine Menge großartiger Frauen“ und nur „einige ziemlich phänomenale Männer“ geführt hätten, dann müsse nie wieder jemand bekennen: „Me too“.

Ursula Scheer

Redakteurin im Feuilleton.

F.A.Z.
Welch ein Kulminationspunkt einer Golden-Globe-Rede, mit der die amerikanische Talkshow-Legende Oprah Winfrey, die erste schwarze Multi-Millardärin des Landes, Film- und Fernsehproduzentin, Sender-Besitzerin, Schauspielerin, Verlegerin mit eigenem Personality-Magazin, Autorin, Schulstifterin, Franchise-Unternehmerin und selbsternannte Philanthropin mit spiritueller Mission sich vordergründig dafür bedankte, dass sie – wieder einmal als erste Schwarze – die Auszeichnung für ihr Lebenswerk entgegennehmen durfte. Tatsächlich brachte Winfrey sich als potentielle Bewerberin für den kommenden Wahlkampf um das amerikanische Präsidentenamt ins Spiel. Und das, obwohl die Dreiundsechzigjährige, die Hillary Clinton und Barack Obama unterstützt hatte, noch wenige Wochen zuvor ihrer besten Freundin Gayle King in der von dieser moderierten CBS-Show „This Morning“ sagte: Nein, sie strebe kein politisches Amt an. Winfrey spricht auch jetzt nicht von einer Kandidatur.

Nie wieder „Me too“: Oprah Winfrey, Beichtmutter der Nation, wünschen sich viele Amerikaner als nächste Präsidentin.
Dass ausgerechnet Oprah Winfrey, die „Beichtmutter der Nation“, in deren Talkshows jahrzehntelang Prominente zu teils tränenreichem Seelenstriptease erschienen, nichts von den Übergriffen im Showbusiness gewusst haben will, kann einen nur verblüffen. Doch solche Gedanken ließ sie nicht aufkommen: „Time’s Up“, sagt sie immer wieder und spannt den Bogen von ihrer frühen Kindheit in ärmlichen Verhältnissen im noch rassengetrennten Mississippi bis in die Gegenwart. Damit könnte sie den hashtagtauglichen Slogan für ihre mögliche Kampagne gefunden haben – das Gegenprogramm zu „Fire and Fury“ gewissermaßen. 48 Prozent der wahlberechtigten Amerikaner, so ermittelte eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Rasmussen Reports, würden jetzt für Oprah Winfrey stimmen. Nur 38 Prozent für Donald Trump.
Sie verwirklichte den amerikanischen Traum
Nach einem Jahr mit Trump scheint Amerika reif für eine Erlöserin. Winfrey ist in fast allem das Gegenteil des amtierenden Präsidenten, der für seine Gegner den Archetypus des zu überwindenden, alten weißen Mannes darstellt, einen Atavismus der Geschichte. Sie ist eine Frau, sie ist schwarz, wurde als uneheliche Tochter einer minderjährigen Putzfrau geboren und als Kind missbraucht. Als Jugendliche brachte sie ein Kind zur Welt, das kurz nach der Geburt starb.

Amerikas nächste Erlöserin
VON URSULA SCHEER -AKTUALISIERT AM 12.01.2018-11:38

Oprah Winfrey ist keine Erbin, sie verwirklichte den amerikanischen Traum. Noch auf der Highschool wurde sie als Sprecherin fürs Radio entdeckt. Sie studierte und ging als Fernsehreporterin nach Baltimore. Aber es erschien ihr falsch, Menschen zu befragen, ohne selbst Anteilnahme an deren Schicksal zeigen zu dürfen. Erst in Chicago bei WLS-TV gelang ihr der Aufstieg in eine eigene Liga. Ein Vierteljahrhundert lief „The Oprah Winfrey Show“ oder später einfach „Oprah“. Die Sendung machte die Frau, die nie heiratete, aber schon lange mit dem Unternehmer Stedman Graham liiert ist, zur Weltmarke und Medienmogulin.

Eine zur Seelenführerin mutierte Talkshow-Königin
Warum?

  • Das ist für die Talkshow-Königin eine Glaubensfrage, die spätestens seit ihrem werbewirksamen Einsatz für das Selbsthilfe-Buch und den Film „The Secret“ der Australierin Rhonda Byrne vor zehn Jahren kein Geheimnis mehr ist. Sie habe schon immer nach den kosmischen Gesetzen gelebt, die „The Secret“ offenbare, bekannte Winfrey bei ihrem Kollegen Larry King über die pseudowissenschaftliche Publikation, die das „Gesetz der Anziehung“ propagiert. Winfrey fasste auf ihrer Website zusammen: „Die Energie, die du in die Welt schickst, egal ob gute oder schlechte, ist exakt, was zu dir zurückkehrt. Du kannst die Umstände deines Lebens selbst schaffen“. Heute sagt sie sogar, ein Vielfaches komme zurück, wenn man erst visualisiere, dann loslasse. So habe sie ihre Rolle im Film „Die Farbe Lila“ bekommen, die für sie den eigentlichen Startpunkt ihrer Karriere markiert. Das Gesetz der Anziehung im Verbund mit der „Macht der Intention“ sei „die Goldene Regel auf Steroiden“, ultimatives Werkzeug der Selbstermächtigung, wie sie immer wieder in Talks mit Heilspropheten aus New Age-Zirkeln wie Gary Zukav, Louise Hay, Wayne W. Dyer oder Eckhart Tolle darlegte.
    • Im Umkehrschluss müsste das heißen, dass alle, die unter Krankheiten oder anderen Schicksalsschlägen wie Krieg und Gewalt leiden, die falschen Gedanken ins Universum hinausgeschickt haben. Auch „Me too“-Opfer. Auch eine Frau, die in Winfreys Show auftauchte, sagte, sie wolle ihren Brustkrebs mit der Kraft der Gedanken heilen – und bald darauf starb. Aber auf die Füße gefallen ist Oprah Winfrey ihre von ihr als christlich verstandene Erfolgsspiritualität ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie seit Jahr und Tag für die „Weight Watchers“ wirbt, ohne dauerhaft zu erschlanken. Sie habe Frieden mit ihrem Körper geschlossen, sagt sie einfach….

    Für Sie und für mich zur Erinnerung habe ich einmal deutlich hervorgehoben wo der „Stachel, der mich so piekst“ im Text steckt.

    Wir dürfen alle unsere Meinung haben.

    Wenn ich mich an bestimmte Leser wende, dann passe ich mich im Stil und im Inhalt natürlich an. Denn ich möchte eine selektive Gruppe Menschen erreichen.

    Das tue ich auch in meinen Artikeln.
    Wie Sie wissen, mir geht es um Sie.
    Sie sind Menschen, die sich für Hintergründe der Medizin und vor allem für naturheilkundliche Lösungen Ihrer persönlichen Themen interessieren.

    Die FAZ gilt als eine der seriösen Zeitungen.
    Viele Leser rekrutieren sich aus höher gebildeten Teilen der Bevölkerung.

    Wie kommt es dann, dass eine Journalistin unter dieser würdevollen Adresse einen so tendenziösen Artikel schreiben darf?

    Ich weiß es nicht.

    Aber ich möchte Ihnen sagen, was ich als so unendlich dümmlich empfinde.

    Wenn Frau Scheer Größen wie Eckart Tolle, Louise Hay als Heilspropheten probiert lächerlich zu machen, wird ihr das nicht nur nicht gelingen.
    Sie wird (wie übrigens wir alle) das zu spüren bekommen, was sie so locker flockig und oberflächlich als „kosmische Gesetze“ abwinkt.

    Liebe „Uschi“ sie haben gar keine Ahnung!

    Und das ist überhaupt nicht schlimm.

    Gesetze muß man nicht kennen, um deren Wirkung zu erfahren.

    Aber ein wenig Intelligenz braucht es schon, um bereit zu sein, weiter zu schauen.

    Es braucht die Bescheidenheit eines Eckart Tolle. Es benötigt die Größe einer Oprah Winfrey. (oder spricht hier einfach nur der blanke Neid aus der kleinen Journalistin?)

    Und die Weisheit einer Louise Hay, die Millionen von Lesern in einer einfachen Sprache in die Herzen hinein Licht und Mut brachte.

    Wer sind die Menschen, die in führenden Blättern solchen Schmutz verbreiten dürfen?

    Ich habe mich entschieden, dass ich der Ursula Scheer dankbar bin. Und zwar nicht frömmelnd-esoterisch.
    Nein handfest.

    Dankbarkeit erfordert Kenntnis der Hintergründe.

    Und ich habe mir bescheidene Kenntnis erworben.

    Ich kenne die für alle gültigen Regeln der kosmischen Gesetze ziemlich gut.
    Und komisch- sie wirken wirklich für jeden Menschen!

    Warum ich ihr (der Ursula) dankbar bin?
    Weil sie sich so erniedrigt hat, indem sie diese Gedanken zu Papier brachte.

    Denn dadurch gelingt es uns allen Widersprüche erst aufzudecken.

    Wenn uns keiner mit schlechtem Geschmack den Appetit verdirbt, wissen wir Sauberes und Delikates nicht mehr zu schätzen.
    Also: Danke Ursula Scheer.
    Wir haben Sie verstanden.

    Ursula Scheer
    Autorenporträt / Scheer, Ursula
    © F.A.Z.
    studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte in Bonn, Mainz und Hildesheim. Längerer Ausflug in die bildende Kunst, Station in Florenz. Während des Studiums erste journalistische Erfahrungen bei der New Yorker Emigrantenzeitung „Aufbau“, nach dem Magisterexamen Hospitanz in der Rhein-Main-Zeitung der Frankfurter Allgemeinen. 2011 Volontariat bei der F.A.Z. Anschließend feste freie Mitarbeiterin im Reiseteil der Sonntagszeitung und der F.A.Z.-Medienredaktion. Seit März 2016 Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, betreut sie die Feuilleton- und Gesellschaftsthemen in der Frankfurter Allgemeinen Woche.
    Quelle: http://www.faz.net/redaktion/ursula-scheer-12939187.html